Freitag, 3. September 2010

Sibylle Laurischk - Bürgerschaftliches Engagement

Bürgerschaftliches Engagement


Woche des bürgerschaftlichen Engagement vom 02.-11.Oktober 2009



Unter bürgerschaftlichem Engagement verstehen wir jegliche ehrenamtliche Tätigkeit von Bürgern für die Gemeinschaft. Dabei sind Menschen aller Altersstufen und Bildungsgrade angesprochen. Ob im Sportverein, bei der Feuerwehr, bei der Nachbarschaftshilfe oder im musikalischen Bereich übernehmen diese Menschen Verantwortung ihren Mitmenschen gegenüber. Dabei füllen sie keineswegs die Versorgungslücken des Staates, welcher seinen Aufgaben hier nur ungenügend nachkommen würde. Viel eher sollten wir ein neues Verständnis von Staat annehmen ? als ein Konstrukt, welches nicht in der Lage ist menschliches Zusammensein und gegenseitige Unterstützung zu ersetzen. Es muss eine Selbstverständlichkeit sein und bleiben, dass eine Gemeinde auf freiwillige Helfer zählen kann und es immer wieder Menschen gibt, welche aus Hilfsbereitschaft und Überzeugung mit anpacken und ihren Mitbürgern zur Seite stehen.


Im Hinblick auf die demographische Entwicklung in unserem Land scheint es auch zunehmend wichtig, ältere Menschen in diesen Prozess der Solidarität mit einzubinden. Denn die Rentner von heute haben ein großes Potential, welches einer jeden Gemeinschaft nur zu Gute kommen kann. Des Weiteren sind es die jungen Menschen, welche durch bürgerschaftliches Engagement lernen und sich in Gemeinschaften einfinden können.


Das Freiwilligensurvey, welches im Auftrag der Bundesregierung durchgeführt wird, bestätigt Deutschland ein hohes soziales Kapital und eine entwickelte Zivilgesellschaft. Bereits 1/3 der Bürger seien ehrenamtlich in Verbänden oder sonstigen gesellschaftlichen Gruppen tätig. Diese Zahl zeigt, dass es nicht an Motivation mangelt und doch gibt es noch eine Menge zu tun. Denn wer motiviert und zumeist unentgeltlich arbeitet, dem sollte die nötige Anerkennung und ein angebrachter Dank entgegengebracht werden. Die liberale Vorstellung zur Unterstützung dieser ehrenamtlich-aktiven Persönlichkeiten setzt dort an, wo der Wille zum bürgerschaftlichen Engagement durch die gegebenen Rahmenbedingungen gehemmt wird. So reichen vereinzelte finanzielle Anreize nicht aus. Es bedarf höherer Transparenz, einer Entbürokratisierung, einer generellen Vereinfachung beim Einstieg in solche Tätigkeiten und nicht zuletzt bessere Schutzsysteme, wie etwa einem Versicherungsschutz seitens der Allgemeinheit.


Es ist somit sowohl die Aufgabe der Gesellschaft als Ganzes, als auch die der Gemeinden und schließlich der Politik diesen Menschen die aktive Anteilnahme am öffentlichen Leben zu ermöglichen, ihnen ein Stück Eigenverantwortung und individuelle, kreative Entfaltung zurückzugeben. Durch die Reform des Gemeinnützigkeitsrechts von 2oo7 wurden bereits erste Schritte zur steuerlichen Anerkennung getan. Denn auf ihre Unterstützung kann keine Gemeinde und keine Stadt und keine Kommune verzichten! Wir sollten lernen dieses Engagement zu unterstützen, zu ehren und den Menschen, die sich dafür interessieren, den Weg zu ebnen.

Das wünschen wir uns als Liberale.